Rosenwurz
Rhodiola Pflanzenfamilie
Rosenwurz, der Name einer Pflanze, die in die 7. Ordnung der zwei und 20. Klasse (Dioecia Octandria) des Linnéischen Pflanzensystems gehört und deshalb getrennte Geschlechter hat. Die Geschlechtskennzeichen bestehen im 4 mal geteilten Kelch, den 4 Kronenblättern an der männlichen und dem Fehlen der Krone an den weiblichen Blüten, die dagegen 4 Honigbehältnisse und 4 viersamige Samenkapseln tragen.
Der Begriff Rhodiola ist unpräzis und irreführend. Er bezeichnet nur den Namen der Pflanzenfamilie, nicht aber den vollständigen botanischen Namen. Zum Beispiel können Produkte mit den Namen Rhodiola, Tibetische Rhodiola oder Indische Rhodiola, den Eindruck der Gleichheit mit Rhodiola rosea erwecken. Rhodiola rosea wurde von allen Rhodiola-Arten bis jetzt wissenschaftlich am intensivsten untersucht. Ausführliche toxikologische Studien wurden nur an Rhodiola rosea durchgeführt. Diese Pflanzenart wird daher als sicher für Tier und Mensch befunden.
Die duale Wirkung der Pflanze wird durch viele Studien belegt. Olsson zeigte 2009 bei Personen mit „Burn-out-Syndrom“ eine markante Verbesserung der stressbedingten Ermüdungszustände und eine verminderte Ausschüttung des Stresshormons Kortisol. Darbinyan wies bei Patienten mit mittelschwerer Depression eine messbare Verbesserung der emotionalen Stabilität und eine Verringerung der Schlaflosigkeit nach.
Hilft dem Gehirn auf die Sprünge
Der genaue Wirkmechanismus von Rhodiola rosea ist noch nicht vollständig geklärt, da die vielen Inhaltsstoffe sehr unterschiedlich im Körper wirken. Die Studien aus den letzten Jahren beschäftigen sich hauptsächlich mit dem Einfluss auf die geistige Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
Wahrscheinlich beeinflussen die Inhaltsstoffe von Rhodiola rosea den Stoffwechsel einiger Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Acetylcholin im Gehirn. Die Neurotransmitter dienen der Verarbeitung von Informationen und der Speicherung im Gehirn. Das optimale Zusammenwirken dieser Botenstoffe ist verantwortlich für die geistige Leistung und schlussendlich für das Gedächtnis. Vermutlich beeinflusst Rhodiola rosea die Ausschüttung dieser Botenstoffe positiv und fördert die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für deren Vorstufen.
Stress beeinträchtigt das Konzentrationsvermögen, also das Gedächtnis und mindert die geistige Leistungsfähigkeit. Hier wirkt Rosenwurz wahrscheinlich adaptogen. Das heisst: die Inhaltsstoffe verbessern die Anpassungsfähigkeit des Organismus an aussergewöhnliche Belastungen und erhöhen die natürliche Widerstandsfähigkeit. Adaptogene Stoffe eignen sich nicht zur Behandlung einer bestimmten Krankheit.
Altern ist ein normaler Prozess
Es lässt sich nicht aufhalten – aber verzögern: Wer frühzeitig etwas für seine grauen Zellen tut, kann Gedächtnislücken und Konzentrationsschwächen vermeiden. Neben Denksport, Neugier und Bewegung helfen pflanzliche Mittel wie Rhodiola rosea, die "goldene Rose" aus dem ewigen Eis.
Lucas Cranach illustrierte in seinem berühmten Gemälde die Legende vom Jungbrunnen. Schon im 16. Jahrhundert träumten die Menschen also von ewiger Jugend und Gesundheit. Obwohl es damals kaum Senioren gab: Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug selten mehr als 40 Jahre. Inzwischen werden die Europäer bei guter Gesundheit fast doppelt so alt.
Erhöhte Belastbarkeit
Forscher stellten fest, dass Rhodiola rosea den Stoffwechsel im Gehirn stimuliert und so das Zusammenspiel der wichtigen Botenstoffe optimiert. Gleichzeitig wirkt die Pflanze adaptogen: sie verbessert die Anpassungsfähigkeit des Körpers bei Belastungen. Die erhöhte Widerstandskraft bewirkt, dass z.B. Stress nicht mehr so schnell zu einer Beeinträchtigung von Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis führt. Gleichzeitig verfügt die Pflanze über antioxidative Inhaltsstoffe, die das Gehirn vor schädlichen freien Radikalen schützen können.
Neue Untersuchungen belegen die positiven Effekte von Rhodiola rosea. So ergab eine Studie mit 56 Ärzten, dass es diesen mit Hilfe des Pflanzenextraktes gelang, ihre geistige Leistungsfähigkeit auch nach einer Dienstzeit mit wiederholten Nachtschichten zu erhalten.
Um die volle Leistungskraft möglichst lange zu erhalten, brauchen die grauen Zellen zudem regelmässiges Training. Lernen Sie deshalb lebenslang, auch nach der Pensionierung. Und bleiben Sie neugierig, pflegen Sie Hobbys und soziale Kontakte: Ein stabiles Netz aus Freunden, Bekannten und Verwandten hält Sie auf dem Laufenden. Mitten im Leben profitieren Sie von Anregungen und Unternehmungen; Gespräche und Geselligkeit schmieren die Nervenbahnen im Gehirn und erhalten die Gesundheit.
Durchbrechen Sie immer wieder die Routine und wandeln Sie gewohnte Tagesabläufe ab. Kaufen Sie zum Beispiel auch einmal woanders ein, wählen Sie hin und wieder einen anderen Spazierweg, lesen oder spielen Sie am Abend statt den Fernseher einzuschalten. Neues fördert die Entstehung neuer Nervenverbindungen im Hirn.
Denksport schult Geist und Gedächtnis. Lösen Sie Rätsel, spielen Sie Schach oder Gesellschaftsspiele. Auch durch das Erlernen einer Fremdsprache trainieren Sie das Erinnerungsvermögen. Ausgedehnte Spaziergänge und Ausdauersportarten wie Rad fahren, Walking oder Jogging verbessern die Sauerstoffversorgung des Gehirns.
Ergänzende Vitalstoffe
Ausser Sauerstoff brauchen die grauen Zellen noch weitere Nährstoffe, die am besten mit einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung aufgenommen werden. Als besonders wichtig für die Funktionsfähigkeit des Gehirns haben sich Magnesium und Vitamin B1 erwiesen. Magnesium, auch als "Anti-Stress-Mineral" bekannt, ist für eine reibungslose Nervenarbeit wichtig. Das Mineral wirkt entscheidend bei der Freisetzung und Speicherung von Hirn-Botenstoffen mit und verbessert die Erregbarkeit der Nervenzellen.
Vitamin B1, das "Nervenvitamin", ist für die Energieversorgung der grauen Zellen unentbehrlich. Ein Mangel beeinträchtigt in erster Linie die Konzentrationsfähigkeit und stört den Informationsfluss im Gehirn. Eine kontinuierliche Aufnahme des Vitamins ist wegen seiner äusserst begrenzten Speicherkapazität sehr wichtig.